Lauterbacher Mundart

— Die bisher eingetragenen Wörter bedürfen noch der Überarbeitung im Hinblick auf ihre Darstellung und vor allem ihre Schreibweise. —

In den letzten Jahren hat sich bei mir ein richtiges Faible für unsere Lauterbacher Sprache herauskristallisiert. Entwickelt hat sich diese Vorliebe eigentlich aus Spaß daran, Mundart-Wörter, die meine Großeltern benutzt haben und die sozusagen völlig „aus der Mode gekommen“ sind, im Gespräch mit einfließen zu lassen. Meine „Macke“ in Hinblick auf unsere Sprache erlebte ihren bisherigen Höhepunkt bei der Verleihung eines „Schwätz-Diploms“, das mir anlässlich meines 50. Geburtstag verliehen wurde und für das ich eine umfangreiche mündliche Prüfung in unserer Mundart ablegen musste. Verständlicherweise wird darüber gewitzelt, aber ich musste generell feststellen, dass unsere Mundart von vielen – auch denjenigen, die sie selbst sprechen – belächelt und von oben herab behandelt wird.

Auf der anderen Seite erfährt die Mundart als Kulturgut und Identifikationsfaktor seit einigen Jahren eine wachsende öffentliche Anerkennung. Eine Lauterbacher Mundartsammlung könnte dazu einen kleinen Beitrag leisten. Ich habe mittlerweile angefangen typische Lauterbacher Mundartwörter zu sammeln und aufzuschreiben. Dabei hat mich die Vielfalt der Wörter total erstaunt. Es ist wirklich so, dass wir mit unserem Dialekt eine eigene Sprache, mit ganz spezieller Grammatik, sprechen. Sie ist unsere Muttersprache und wir sind ohne Zweifel zweisprachig aufgewachsen.

Angeregt durch diverse Gespräche und insbesondere durch die Bekanntschaft mit Dr. Edith Braun, die sich mit der Erforschung und Dokumentation der saarländischen Mundarten befasst und die der Allgemeinheit durch ihre Mundart-Kolumne in der Saarbrücker Zeitung bekannt ist, sowie dem Engagement von Erik Roskothen vom Verein für Kultur und Information würde ich gerne – zusammen mit allen Interessierten – eine interaktive Wörtersammlung auf der Lauterbacher Website veröffentlichen. Funktionieren würde dies wie bei Wikipedia, wo jeder seine eigenen Beiträge einstellen kann. Dadurch könnte ein lebendiges und immer wieder aktuelles Wörterbuch entstehen. Es wäre ein Beitrag, unsere ganz eigene Mundart, nämlich die Lauterbacher Mundart, zu bewahren. Mich persönlich reizen dabei ganz besonders die „alt hergebrachten“ Wörter, wie sie unsere Groß- und Urgroßeltern gesprochen haben und die Wörter, von denen ich den Eindruck habe, dass es sie nur in Lauterbach gibt. Unter diesem Gesichtspunkt habe ich bisher meine Wörter gesammelt und diese nun sozusagen als Anfangsbestand in Punkt 3 erfasst.

Es gibt einige Freunde und Bekannte, von denen ich weiß, dass sie gern „ihre“ Wörter beisteuern würden. Besonders freuen würde ich mich, wenn unsere Lauterbacher Bürger, die sich schon seit Jahrzehnten um unsere Mundart verdient machen, ihren Wortschatz einbringen würden. Zu beachten ist dabei eine einheitliche Schreibweise, die man sich über Punkt 4 aneignen kann. Ansonsten bedarf es der Anmeldung und schon kann’s losgehen.

Viel Spaß beim Mitmachen!

Steffi Maas

A

Ääscherlee m Mz. –e Eichhörnchen

äämòòl einmal

äänduun (nur verneint) geheuer; es is ma nit äänduun es ist mir nicht geheuer

aarisch arg, sehr; das Esse dòò is awer aarisch scharf das Essen schmeckt sehr scharf; des Klääd dòò gefällt mer aarich gudd dieses Kleid finde ich wunderschön

aarisch wütend; fer was guggschde (luuschde) donn so aarisch? warum schaust du so wütend?

abbä also, ei dann (frz. eh bien); abbä donn also gut, na also; abbä, mä jòò! na gut

adda-adda winke-winke (Babysprache); kumm, mach da Omma noch adda-adda! komm, wink der Oma noch!

äddee tschüss; äddee donn also, tschüss denn

alle Gebodd häufig, laufend, dauernd

allert aufgeweckt, flink, lebhaft (frz. alerte)

Ammusema s o. Mz. Vergnügen (frz. amusement); das mache mer nur fer Ammusema das machen wir nur zum Vergnügen

äschdammiere, äschdimmiere ästimieren, anerkennen, wertschätzen

Abbel m Mz. Äbbel Apfel

Abbelgrutz w Mz. –e Kerngehäuse des Apfels

Aawenner m o. Mz. Feldrain

B

Baajalee in: e Baajalee mache etwas hinfallen lassen

Bäär m Mz. -e Bär

bääre schreien, kreischen, heulen

Bäärwatz m Mz. –e Schreihals

Bäädsch w o. Mz. Randstück vom Brot

Baddeng m o. Mz. Kopf; ich haue der gleisch mò änni onn de Baddeng! du kriegst gleich eine Kopfnuss!

Ballaawer m o. Mz. Palaver, Krach, lautstarkes Gespräch

Bawwer m Mz. -e Beule

bedribst betripst, betreten bedribst gugge betroffen, unglücklich, traurig schauen; fer was guggschde donn so bedribst? warum schaust du so traurig?

Beegel m Mz. –e unausstehliche männliche Person

Beddsääscher m o. Mz. Löwenzahn (wörtlich: Bettseicher)

betubbe betrügen

Biedsch w Mz. –e Zopf

1. Bier s Mz. -e Bier

2. Bier w Mz. -e Birne

Bird w Mz. -e Strohballen, Korngarbe

biseldisch ungeduldig

1. bitzisch heiß; e bitzischer Daa ein heißer Tag

2. bitzisch übereifrig, ganz dringend; er iss bitzisch am schaffe er ist übereifrig am Arbeiten; es Wasser iss bitzisch heiß das Wasser ist kochend heiß; ich muss gonz bitzisch uffs Gloo ich muss ganz dringend aufs Klo

Blagge m Mz. – Fleck, Stelle; blooer Blagge blauer Fleck

bloo blau

Blookabbes m o. Mz. Blaukraut

Boobe m Mz. – kleiner Käfer

Bòòm m Mz. Bääm Baum

bradde schmollen, beleidigt sein

Braddkobb m Mz. …käbb schmollende Person

brenne brennen

Brennzert m o. Mz. Rübensirup (im Saarland bekannt als „Fenner Harz“)

1. Bridsch w Mz. -e Pritsche

2. Bridsch w o. Mz. Stummelschwänzchen (z. B. Hase); du muschd em Häasje Salz uff die Bridsch straue, donn konnschd es leicht fonge du musst dem Häschen Salz auf den Stummelschwanz streuen, dann kannst du es leicht fangen

3. Bridsch w o. Mz. Flunsch; es macht e Bridsch sie verzieht das Gesicht zum Weinen

Briggee m o. Mz. doppelte Stulle, Pausenbrot (frz. briquet); Briggee mache Brotzeit halten

brille, brillze heulen, weinen

broodiggeldisch, broodiggelisch altgescheid, besserwisserisch

broodschele meckern, grummeln

brunggisch schwül

Budder m o. Mz. Butter

burzele purzeln, kugeln

Bux w Mz -e Hose

D

däbbere tippeln; luu moll, wie der Glään schunn däbbert! schau mal, wie der Kleine schon tippelt!

Däbbermännsche s Mz. -r Kreisel (Kinderspielzeug)

Daa m Mz. -che Dach

dabber schnell; dabber schnell sofort

dabbisch tollpatschig

Dach m Mz. Däscher Dach

Dachjuchhee m o. Mz. Dachgeschoss

dadda in: dadda gehn, fahren u. ä. fortgehen (Babysprache); kumm, mer gehn dadda! komm, wir gehen spazieren!

Daddel m o. Mz. Schlamm, Dreck

derhäärmache Komplimente machen

dalgisch tollpatschig, ungeschickt

deck oft

degger öfter

Denn w o. Mz. Flur

derfedderscht als erste/r; er will immer derfedderscht sinn er will immer der Erste sein

Dibbe m Mz. –r Topf

Dilldabbes m Mz. –e Tollpatsch, ungeschickter Mensch

Dilldopp m o. Mz. Kreisel (Kinderspielzeug); du machscht wie e Dilldopp du hörst einfach nicht auf, du findest kein Ende

dimmele donnern

Dirmel m Mz. -e Tolpatsch

dirmeldisch taumelig, trunken; ich bin drungge und dirmeldisch ich bin trunken und taumelig

Dochdermonn m Mz. …männer Schwiegersohn

doll toll, verrückt; es gätt immer doller es wird immer verrückter

Doole m Mz. – Abfluss

doordisch töricht, übermütig, überdreht

Dotzert m o. Mz. dunkle Wolke, Regenschauer

Dribbsdrillsche s Mz. –r zaghaftes, übervorsichtiges Mädchen

dribbse tripsen

Dribbser m Mz. – Tropfen; isch honn e Dribbser abgriet ich habe einen Regentropfen abgekriegt

Drill w Mz. –e Karussell

drille Karussell fahren

driwweliere antreiben

druffmache in: ääner druffmache sich einen hinter die Binde gießen

Dullett w Mz. Dulledde Kartoffelpuffer

durr dürr, dünn

Durrlatzer m o. Mz. –e hagere männliche Person

E

e ein; e Mann ein Mann; e Fraa eine Frau; e Kind ein Kind

ebbes etwas; ebbes danòò fròòe sich für etwas interessiere (Gegenteil: nix danòò fròòe); er fròòt nix nòò Dulledde er isst nicht gerne Kartoffelpuffer

ellerisch unheimlich

F

Faalessje s Mz. –r Tannenzapfen

Faasent w o. Mz. Fastnacht

Faasentkischelsche s Mz. –r Fastnachtskrapfen

Fäh w o. Mz. Nachgeburt (beim Vieh)

fähe verlesen, putzen

ferm kräftig, korpulent; is des dòò e ferm Fraaminsch! Ist das eine kräftige Frau!

Feschinge o. Ez. Reisigbündel

Finschder w Mz. –e Fenster; es leit de gonze Daa uff der Finschder sie schaut den ganzen Tag aus dem Fenster

Fissääl o Mz. Schnur, dünnes Seil (frz. ficelle)

Flääsch s o. Mz. Fleisch

Flääschkieschel w Mz. –e Frikadelle

flabbisch flapsig

Flemm w o. Mz. schlechte Laune (frz. flème)

Flensch w o. Mz. mürrisches Gesicht; s. Flunsch, Ledsch

flemmisch schlecht gelaunt

Floss w Mz. e Flosse; Floss w Mz. –e Hand (grob)

Flunsch w o. Mz. mürrisches Gesicht; s. Flensch, Ledsch

1. fòòze Unsinn erzählen; fòòz nit so dumm! erzähl kein dummes Zeug!

2. fòòze in: fòòze losse; rumliegen lassen; loss dei Sache nit so dòòrum fòòze! lass deine Sachen nicht so rumliegen!

Fòòzer m o. Mz. Dummschwätzer

Fraaminsch s o.Mz. Frau

Freggert m Mz. …rde Lausbub

fuddele schummeln

Furm w Mz. -e Form

Furmschissel w Mz. –e Hintern (scherzhaft); pass uff, sunscht tapp isch der in de Furmschissel pass auf, sonst tret’ ich dir in den Hintern!

Fuuß m Mz. Fiiß Fuß

Fuußbatt m o. Mz. Pfad, Fußweg

G

gäär gern

gadschele wackeln

Gäwwel m Mz. e Giebel; Kopf (scherzhaft) ich haue der on de Gäwwel! ich gebe dir eine Ohrfeige!

Gäwwelpisser m Mz. – Männer, die (meist) im betrunkenen Zustand an die Hausgiebel ihrer Mitmenschen urinieren

Gall w o. Mz. Galle; dòò geht mir de Gall iwwer da geht mir die Galle über

gallisch jähzornig

Galjer o. Ez. Hosenträger

Galme m o. Mz. Krampf, Unbeweglichkeit; ich honn de Galme in de Fingere vòòr lauder Kält ich kann meine Finger vor Kälte nicht mehr bewegen

geddu! nicht wahr!

geggisch albern, verspielt

Geheischnis s o. Mz. Geborgenheit; Ort, an den man sich zurückziehen kann

Geere m o. Mz. Schoß; kumm mol uff der Omma ihr Geere! komm mal auf Omas Schoß!

gehn gehen

Gehschdehinnermisch m o. Mz. Gehrock (scherzhaft)

Geißegischt w o. Mz. Wut, großer Ärger; Dòò krien ich de Geißegischt, wenn isch denne Haawebraddeler dòò heere! Da werde ich fuchsteufelswild, wenn ich diesem Aufschneider zuhöre!

gelischde gelüsten; dòò misst isch grien gelischde, wenn isch denne als Monn wollt! da müsste ich bekloppt sein (verrückt sein, es wäre das Allerletzte), wenn ich den zum Mann haben wollte!

gelschdrisch übertrieben; hat des dòo e gelschdrisch bundes Klääd onn die Frau da trägt ein übertrieben buntes Kleid

gemällisch gemütlich

Gewääschderz s o. Mz. Plunder, Durcheinander

gewirrwisch gelenkig; des Klään is so gewirrwisch, ma misst’s ins Ballett schicke die Kleine ist so gelenkig, man müsste sie in den Ballettunterricht schicken

giewisch schmal, spitz, schmächtig; der Klään war long kronk. Kenn Wunner, dass er so giewisch im Gesischt is der Kleine war lange krank. Kein Wunder, dass er so schmal im Gesicht aussieht

Gims w o. Mz. Appetit, Heißhunger (salopp)

Gimmsche s o. Mz. Schläfchen, Nickerchen; e Gimmsche halle ein Nickerchen machen

Ginggel m o. Mz. herabhängender Nasenschleim

Glänsch w o. Mz. Türgriff; s. Glunsch

glinnere nachlesen bei der Ernte (z. B. Kartoffeln auf dem Feld)

glondere aufraffen (z. B. abgemähtes Korn)

gluddisch starrköpfig, stur

Glunsch w o. Mz. Türgriff; s. Glänsch

Gòòd, Gòòdee, Gòòdi w o. Mz. Patin

grääschenklisch krummbeinig, wacklig, armselig, dünn

Graddel w o. Mz. Schritt (Hose); er hat e Riss in der Graddel er hat einen Riss im Schritt der Hose

grammedschele meckern, kritisieren, nörgeln

grawwedäädsch gravitätisch, vornehm, würdevoll

Grieb w Mz. …iiwe Griebe; Herpes (salopp);

Grieweschniss w o. Mz. Herpes am Mund; hascht du e Grieweschniss! du hast üblen Herpesbefall am Mund!

gromsche fest zugreifen

gròò grau

Gròòbe m Mz. – Hacke

gròòbisch übel, schlecht; ises mir vum Audofahre so gròòbisch genn! ist es mir vom Autofahren so übel geworden!

gròòkäbbisch grauhaarig

gròòzisch schimmelig

Grummber w Mz. -e Kartoffel

Grumberschdratz w o. Mz. Kartoffelreibe

Gruub w Mz. Gruuwe Grube

Gruuweschdembel m Mz. –e Grubenstempel (Bergbau); dicke Beine (abwertend)

gutt gut; gutt genn gesund werden; er gedd nimmé gudd er wird nicht mehr gesund, er ist totkrank

gudderschbresch mit andern Worten, sozusagen; Er saat: „Vunn dem dòò Esse krien ich’s in de Maache.“ Guddaschbresch: Es schmeckt em gar nitt Er sagt: „Von diesem Gericht bekomme ich Bauchschmerkzen.“ Mit anderen Worten: Es schmeckt ihm überhaupt nicht

gumbe schlummern, schlafen; aach, kinnt isch doch nur e bissje gumbe ach, könnte ich doch nur ein bisschen schlafen

Gutzje s Mz. –r Bonbon

guurisch gierig

H

Hääbsche m Mz. –r Töpfchen; Nachttopf

Haalegger m o. Mz. Habicht; Teufel; disch soll doch der Haalegger holle! dich soll doch der Teufel holen!

Haas m Mz. -e Hase

Haawe m Mz. Hääwe Topf (groß)

häämele streicheln

Hääseholz s o. Mz. Querbalken zum Aufhängen des geschlachteten Schweines

Halbschäd w o. Mz. Hälfte; gäb mer de Halbschäd gib mir die Hälfte

Hau s Mz. – Heu

Haugawwel w Mz. –e Heugabel; es räänt Haugawwele es gießt in Strömen

heile heilen

heile heulen

Hewwel m Mz. -e Hebel; ungehobelter Mensch (abwertend)

hinne hinten; hinne hott sinn verspätet sein; isch bin mit meiner Aarwet hinne hott ich bin mit meiner Arbeit im Hintertreffen

hinnerschvòòr, hinnerschtvorscht in: ebbes hinnerschvòòr aanhann etwas verkehrt herum anhaben (Kleidung)

hohbäänisch langbeinig; es laaft dòòrum wie so hohbäänisch Schnòòk sie läuft staksig

hohmiedisch hochmütig

Hohmut m o. Mz. Hochmut

hoo? was?, wie bitte? (veraltet)

Hupp in: ääm in de Hupp drääde/tabbe jem. in den Hintern treten

Hund m Mz. Hinn Hund

Hundsdriwwer m Mz. –e durchtriebener Mensch

Hunnisch m o. Mz. Honig

Huuschde m o. Mz. Husten; er hat de Blooe Huuschde er hat Keuchhusten

I

iddere wiederkäuen (Vieh)

Ilt s o. Mz. Ruheplatz

immond jemand

in in

Ingebroggdes s o. Mz. in Flüssigkeit Eingeweichtes (Brot, Zwieback u.a.)

inne innen

innewenzisch innen drin, inwendig

iwwer über; iwwer äämòòl plötzlich

J

Jääb Jakob; Dòò geht’s zu wie bei Jääbs unn Fissääls Da geht’s zu wie bei Hempels unterm Sofa

Jesses! Jesus! oh Gott!; Jesses nää! ach du lieber Gott!

K

Kabbes m o. Mz. Weißkohl, auch: Blödsinn schwätz känn so Kabbes! rede nicht solchen Unsinn!

Karraggo Mz. – Männerjacke

Kind Mz. Kinner Kind

Kinnerwäänsche m Mz. –r Kinderwagen

kinnisch kindisch

kinsch kindisch; zu klein (bei Kleidung)

Kirb w Mz. …rwe Kirmes

Kirwegeld s o. Mz. Geld, zum Ausgeben auf der Kirmes

Kirwehonnes ausgestopfte mannsgroße Puppe, traditionell auf dem Kirmesplatz aufgehängt und nach der Kirmes verbrannt

Kirwekabbes Weißkohl mit Schinken (traditionelles Kirmesessen)

Kirweklääd Mz …der neues Kleid, für die Kirmes gekauft

Kirweleit Mz. – Gäste zur Kirmes

Kirweplätz s Mz. – Platz an dem die Kirmes gefeiert wird

Kiwwert w Mz. –e Kiefer

Klitzje s Mz …jer;. ääm es Klitzje schdelle jemandem ein Bein stellen

Klodsch w Mz. Klodsche Quaste

Klodschkapp w Mz. –e Pudelmütze

Kloodsche o. Ez. Hände (derb); holl moll die Kloodsche dòò weg Lass die Finger davon

Kloowe m Mz. – Haken, Grobian

kloowich grob, klotzig

kluddich wählerisch

klunsche hampeln, wackeln

Klutz w Mz. –e Kugel

Klutzich stur, eingebildet

klutzkebbich stur, halsstarrig, dickköpfig

Klutzkopp m Mz. …kepp Dickkopf; die dòò Zwei kinschde mit de Klutzkepp ònenenner schlòòn die Beiden könnte man mit den Köpfen aneinander schlagen

knäpse, rumknäpse knappsen, mit wenig auskommen

Kneedel w Mz. –e Knödel

Kneedel w. Mz. -e Haarknoten

knoddelich verklumpt, verdickt

knubbe zwicken

Knuschd m o. Mz. Dreck

knuschdich dreckig, schmuddelig, unsauber

Knuutz w Mz. –e Haarknoten

koddere Schleim hustend auswerfen

kollwatzich übergroß, mächtig, klobig

kòòre probieren, kosten; kòòr mol die dòò Supp probier mal diese Suppe

Kòòrkaschde m Mz. käschde zusammengestellte Korngarben

kotzrookele Schleim hustend auswerfen

Krabb w Mz. -e Rabe, Krähe

Krebbert m o. Mz. unmöglicher Kerl

krebse, rumkrebse nicht genug Mittel besitzen, er muss mit e paar Euro im Monat rumkrebse er hat kaum genug Geld zum Leben

Kresch m Mz. Kresche Falte, Knick; bieel mol kenn Kresch in denne Rock bügele keine Falte in diesen Rock

kreische schreiben, kreischen

Kreiz s Mz. –er Kreuz; des Kind macht mir nur Kreiz das Kind macht mir nur Kummer und Sorgen

Krischasch s o. Mz. Schreihals (weibliche Person)

Krischschong m o. Mz. Schreihals (männliche Person)

Krummber w Mz. …bre Kartoffel

Krutz w Mz. –e abgenagter Apfel

Kruuschd m o. Mz. Unrat

kumme lòsse in schlechtem Zustand sein; Da Hòns hat schwer kumme geloss Hans ist nicht mehr der Alte

L

Lääd s o. Mz. Leid; er hat’s Lääd all allään er ist sehr zu bedauern (oft ironisch gemeint)

läädich trübsinnig

Läätsääl s o. Mz. Leitseil (beim Gespann)

Läddsch w Mz. –e heruntergezogener Mundwinkel; zieh kenn so Läddsch mach kein so ein trauriges Gesicht

Laiskaul w o. Mz. Genick; soll ich dir mòll in de Laiskaul haue? (eher scherzhafte Frage um Übermut zu dämpfen) Soll ich dir einen Schlag ins Genick geben?

Latzerohner m o. Mz. Lump

Leckmeerich m o. Mz. Pflaumenmus (über Stunden eingekocht)

Ledsch w o. Mz. mürrisches Gesicht; s. Flunsch, Flensch

lotze lecken

Lotzert m Mz. –e Lutscher

Lutsch w Mz. –e Schnuller

luue schauen, gucken

Luwwis, Luwwisje w Mz. …jer Mädchen (aufgeweckt, durchtrieben)

M

mä! Genau!

maaje jemand besuchen gehen ohne besonderen Anlass, einfach nur zum Schbrääche erzählen, Schwätzchen halten

Maigibbs m Mz. –e Maikäfer

Maije n. Mz. junge Birkenäste

Maisäächer m o. Mz. Feldsalat

Märkstick s Mz. –er Mitbringsel von der Kirmes

Masik m o. Mz. durchtriebene, sturköpfige männliche Person

Minz s o. Mz. Kleingeld

mischde ausmisten

Mischt m o. Mz. Mist

Mischdepuddel m o. Mz. Jauche

Mònnskerl m Mz. –e Mann

Mòòl s Mz. -e Mal; e bloo Mòòl ein blauer Fleck

Muddel m o. Mz. Sitz, Schick (bei Kleidungsstück) das Klääd dòò hat gar känn Muddel das Kleid sitzt überhaupt nicht

muggeldich pummelig

muschdere genau betrachten, auch: sich unpassend anziehen

muurkrotzich wurmstichig

Muurwolf m Mz. …welf Maulwurf

N

Nachmònnskamerad m Mz. –e Banknachbar, Partner z. B. in der Schule, bei der Erstkommunion

Nischdel m Mz. …le Schnürsenkel

Nischdler m o. Mz. Heimwerker (abfällig)

Nòòbar m …ere Nachbar

Nòòdel w Mz. –e Nähnadel

O

Ohreschliwwer m Mz. -e Ohrwurm

òngeschiss verraten, verpetzt, angeschwärzt

òngeschiss kumme unangekündigt, unerwartet, ungebeten vorbei kommen irgendwie hingehen

òngeschlaa kumme unvermittelt vorbei kommen/irgendwo hingehen

ónscheiße verraten, übel nachreden, verpetzen

ich hònn mir de geggich Òòder gestooß ich habe mich am Musikantenknochen gestoßen

orschäälich, orschòòrich, Orschäärich hässlich, kümmerlich, unansehnlich, kraftlos

P

Paldoo m o. Mz. Jacke (frz. Paletot)

pässich übellaunig

pätschnass triefend nass

Pedschgaiß, Petzgeischd w Mz. –e Zecke

Perseduch s Mz. …diecher Kopftuch

petze verraten

petze zwicken

Pibbs w o. Mz. leichte Erkrankung/Erkältung; er hat de Pibbs er ist krank (eher abfällig gemeint)

pienze leise weinen

pirbele impfen gegen Pocken

Pitche s Mz. –r Pickel

Plaffoo m o. Mz. Decke (frz. Plafond)

plagge, hinplagge werfen, hinwerfen; er hat sich uff de Couch geplaggt er hat sich auf die Couch fallen lassen

Plättche s Mz. –r Fliese

Pòns m o. Mz. Bauch, Leib; er hat de Deiwel im Pòns er hat den Teufel im Leib

Puddel m Mz. -e Wasserlache

Puppewäänche m Mz. –r Puppenwagen

Puredd w Mz. e Lauch

Pusem m Mz. -e Fussel, Fluse

Putsche m o. Mz. Strauß

pródiggelich, pródiggeldich altgescheit

Q

Quetschkaschde m o. Mz. Akkordeon, Ziehharmonika

R

räbse aufstoßen

Réprosche mache Mz. Vorwürfe machen (frz. reproche)

Ridoo m Mz. –e Gardine (frz. Rideau)

riwwele reiben

Riwwelsupp w Mz. –e Mehlspeise

romm mager

Rommbadd m Mz. –e Reststück, Randstück

roschde Umfug machen

Rótrummel w Mz. –e Rote Rübe

Rótschinn w o. Mz. Halsweh, Erkältung

Rotzert m o. Mz Lausbub

rumbeldich knittrig, faltig

Rummel w Mz. –e Futterrübe

Rummelbòòze m Futterrübe ausgehöhlt, mit Gesicht, zum Aufstellen mit Kerzenlicht

S

Sack m Mz. Säck Sack, Hosentasche

Sackduch m Mz. …diecher Taschentuch

säffze Flüssigkeit absondern (bei einer Wunde)

Saufhaawe m o. Mz. …hääwe Topf, in dem das Fressen für die Schweine gekocht wird

schääse gehn unterwegs sein (abschätzig); geeschde schunn widder schääse? bist du schon wieder weg? im Sinne von: Du bist nie zu Hause zu erreichen!

Schääsewäänche m Mz. –r Kinderwagen/Puppenwagen

Schawree w o. Mz. Heirat eines Witwers

Schbeiß m o. Mz. Mörtel

schbienzich schmal, dünn (bezogen auf die Gestalt einer Person)

Schbingel w Mz. –e Anstecknadel, Stecknadel

schbrääche erzählen; kummschd e bissche riwwer schbrääche Komm bisschen zu mir zum Erzählen

Schbrissel m Mz. -e Getreidehalm

schdaawich betrunken war der dòò widder so sschdaawich wie a hemm kumm is er ist wieder betrunken heim gekommen

schdaawich staubig

Schdeessert m Mz. …de Stampfer

schdibbele stochern auch: anstiften, manipulieren

schdrack faul, besoffen; so ein stragger Hund! so ein fauler (oder besoffener) Kerl!

schdribbe klauen, stehlen, Kleider ausziehen, sich umziehen

schenne schimpfen

Schdiewe w o. Mz. Laune

Schdinkerd w Mz. -e Studentenblume

Schdrääl m Mz. –e Kamm

schdrääle kämmen; dòòdamit bischde gewäschd und geschdräält so ist alles bestens geregelt

schdrack faul, besoffen; so ein schdracker Hund! So ein fauler (oder besoffener) Kerl!

Schdratz w o. Mz. auf dem Feld liegende, abgeerntete Kartoffeln

Schdratz w o. Mz. Durchfall

Schdurm eine Zeitlang lang, Moment; Sie hat e gudda Schdurm ihr geht es im Moment gut; er iss schunn e Schdurm dòò Er ist bereits eine Zeitlang hier

Schdurm m Mz. Schdirm Sturm

schenne, schelle schimpfen

schiddele schütteln

Schinnoss w o. Mz. raffinierte weibliche Person

Schissel w Mz. –e Schüssel

Schisselchestaas w Mz. –e Müslischale

Schisselwutz s o. Mz. Schweinchen, Ferkel (eine Person neckend); du klään Schisselwutz! du kleines süßes Ferkel!

schlimmere gleiten, rutschen

Schliwwer m Mz. –e Splitter

schloose hageln

Schloose n. Mz. Hagel; Schlooseklopper Angeber

Schlumbe m o. Mz. Haut, die sich beim Kochen auf der Milch gebildet hat

Schlunz w Mz. -e Schlampe

schlunzich schlampig

schlurbse schlurfen

schlurbse schlürfen; schlurbs nit so dei Kaffee! schlürf nicht beim Kaffeetrinken!

schlodderich schlotterig

Schmaddel m o. Mz. Schlamm, Dreck

Schmeer w Mz. –e belegtes Brot

schmuddele unsauber arbeiten

schnawweldich geschwätzig auch: verschnawwelt

Schnawwelschniss w o. Mz. geschwätzige weibliche Person

Schniss w Mz. –er Mund (abfällig); es schwaat mòl widder de Schniss sie hört nicht auf zu reden; hall dei bräät Schniss halte dein vorlautes Mundwerk

Schnuddelnòòs w Mz. –e oder -näser Schnupfennase, triefende Nase

Schnur w Mz. -e Schwiegertochter, Schnur

schnuze schneuzen

Schonndomm m Mz. –e Polizist (frz. Gendarme)

schròò hässlich, unansehnlich

schuddere sich schütteln (vor Kälte oder Angst)

schwaate schlagen

schwätze sprechen

schwaduddele übertrieben aufmerksam sein

Schwaduddeler m o. Mz. männliche Person, die übertrieben aufmerksam ist

Schwulles m Mz. se Kopf

schiddele gesundheitlich in eine schlechte Verfassung gekommen sein; es Helga hat sich mò schwer geschiddelt Helga sieht gesundheitlich sehr schlecht aus

Sieschmeer w o. Mz. Marmelade

Surrliss, Surrlissje w Mz. …jer aufgewecktes, lebhaftes Mädchen

T

tabbe gehen

tòòbich tollpatschig

triwweliere antreiben; es triwweliert schunn widder fa hemm se gehn sie will wieder heim, wenn es gerade schön wird

Trottwa m o. Mz. Bürgersteig (frz. Trottoir)

truddelich trüb

Tubbe m Macke, Eigenart

Tubbe m Tupfen; gugg mòl, was des e scheen Tubbekläd ònhat schau mal, was für ein schönes Tupfenkleid sie trägt

Tursch m, Mz. -e kräftiger Junge

turschich kräftig

U

uff äämòòl plötzlich

unner sich mache unkontrolliert urinieren

unner sinn versorgt sein; er hat ne uff da Stadt unner gebrung er hat ihm eine Stelle bei der Stadt verschafft; dés dòò is mòl gudd unner sie hat eine gute Arbeitsstelle gekriegt, sie hat geheiratet und ist gut versorgt

unnere sich irgendwo unnütz aufhalten

Unschelfett s o. Mz. Rinderfett

Urwes m Mz. –se Überrest von einem Ganzen; der dòò lòsst immer e Urwess ufm Teller leije er lässt immer einen Rest auf dem Teller

Uwwerasch m o. Mz. Unordnung

V

veräppele verulken, necken

verbäägse vergraulen

verbääse verscheuchen, einschüchtern

verburzele durcheinander, in Unordnung bringen; du hascht es gonze Bett verburzelt du hast das gemachte Bett in Unordnung gebracht

verdillje kaputt machen

verbòòtze verkleiden

verfròòßt gefräßig

vergäschdert verängstigt

verschigge verschicken, auch: sich zieren, zögern, verjammert sein; verschigg dich mòl nit so wäje dem klääne Bawwa dòò stell dich nicht so dran wegen dieser kleinen Beule

verschnawwelt geschwätzigig auch: schnawweldich

verschregge erschrecken

verstibbele anstiften

versuddele verschütten

verzehle erzählen; verzehl ma nix! Erzähl mir keinen Blödsinn!

Vòòrduch s Mz. diecher Vortuch

vregge verrecken, sterben

W

Wäänche m Mz. –r Wagen, Wägelchen

Waggooliener m o. Mz. … Lügengeschichtenerzähler

waggrich wach

watze heulen

weidewòòn sperrangelweit

Weißer Kääs m o. Mz. Quark

wetze schnell laufen, rennen

wiedich überdreht, aufgeregt, aufgeweckt, lebhaft, wild; is des Klään dòò e wiedich Ripp die Kleine ist ein lebhaftes Kind

winsch schief

Winterbeegel m Mz. –e Wurf eines Haustiers im Winter (negative Bezeichnung, da die Jungen im Winter nicht so gut gedeihen wie im Sommer)

Wómsch m o. Mz. dicke Jacke

wurgse würgen

Wurzel w Mz. Wurzle Möhre; heit koch ich Wurzle- und Krumbre-Durjenenner heute koche ich Möhren- und Kartoffeleintopf

wuscht hässlich, unansehnlich

Z

Ziehwäänche m Mz. –r Ziehwägelchen

Zòòn, Zónt m Mz. Zenn Zahn

Zuckrabs w Mz. -e Bonbon

Sprüche und Redewendungen

De hallscht dich dròòn wie da Feschinge Michel Du ereiferst dich, du findest kein Ende
De sischt aus wie’s Kiehkätt on da Faasent dein Modebewusstsein lässt sehr zu wünschen übrig
Des kòonschde em Hòns Blòspitt verzeele das glaubt dir niemand
Dir Kinner unn dir Leit! Liebe Leute!
E Hund in de Krumbre ein Lausbub
Es geht uff wie e Dòmpnudel sie wird immer kräftiger
Es geht uff wie uff Matze Hochzeit es passt haargenau
Es räänt Haugawwele Es regnet in Strömen
Hol emol òòn! Stell dir mal vor!
Ich bin noch beim Deiwel weit hinne! Ich komme mit meiner Arbeit nicht nach!
Ich honn ne beinäggschd iwwer de Haufe gefahr ich habe ihn beinahe überfahren
Ich honn ne uff da Mugg ich kann ihn nicht ausstehen
Ich schlòòn dich durch Sunn unn Mond ich schlage so, dass du erst am anderen Ende des Sonnensystems wieder zum Vorschein kommst
Ich schlòòn dich trunke und dirmeldich ich schlage dich bis du nicht mehr klar denken kannst
Ich schwarte dich, dass de Lumpe kotscht ich schlage dich bis du auch den letzten Zipfel wieder rausgewürgt hast
Kenn Schdratz mache überhaupt nichts tun
Kraitche rier mich nit ón weibliche Person, die man nur mit Samthandschuhen anfassen darf
Uff de Laade leje sich anstrengen müssen
Um Goodes Backoowe gehn/fahre/laafe einen Umweg machen
Wie e Schienebus gugge total entgeistert schauen

Reime und Abzählverse

Hinner Hinnesse Hònnesse Haus,

hänge hunnert Hemde raus,

hunnert Hemde hänge raus,

hinner Hinnesse Hònnesse Haus.

Triss tross trillche,

da Bauer hat e Fillche,

Es Fillche will nit lääfe,

da Bauer will’s verkääfe,

triss, tross, trillche.

Da Lulu laaft de Trepp eruff

Unn hat e faule Kääs,

dòò kummt die Katz unn schisst em druff,

dòò is da Lulu bees.


Miehlematz, mahle Matz,

mahle mir mein Mehl.

Meine Mutter macht mir

meine Mitsch mit Milch.

Hicke, hacke, hei.

Da Miller hat sei Fraa verlòòr,

da Michel hat se funn.

De Katz schlaat de Drumm.

De Mais kehre de Dreck eraus.

Schwalwe baue Neschder draus.

Hicke, hacke, hei

Schreibweise und Anleitung

Mundartsprachen sind eigene Sprachen mit von der Hochsprache abweichenden Lauten und Wörtern sowie besonderer Grammatik. Beim Erfassen einer Wörtersammlung durch verschiedene Personen ist eine einheitliche Schreibweise der Wörter ganz wichtig. Nachstehend habe ich die Laute, ihre Schreibweise und Beispiele dazu aufgeschrieben, angelehnt an das Lebacher Mundartbuch, herausgegeben von Dr. Edith Braun. Diese Vorlage war eine große Hilfestellung, Arbeits- und Zeitersparnis. Herzlichen Dank dafür. Selbstverständlich sind immer Veränderungen möglich.

Selbstlaute (Vokale)

Laut: kurzes offenes i – Schreibung: i – Beipiel: vill (viel)

Laut: langes geschlossenes i – Schreibung: ie – Beispiel: Dier (Tür) oder Schreibung: ih – Beispiel: ihm (ihm)

Laut: kurzes geschlossenes e – Schreibung: é – Beispiel: Lèwwer (Leber)

Laut: kurzes offenes e – Schreibung: e – Bespiel: Bett (Bett) oder Schreibung: ä – Beispiel: Säck (Säcke)

Laut: langes geschlossenes e – Schreibung: ee – Beispiel: heere (hören) oder Schreibung: eh – Beispiel: kehre (kehren)

Laut: langes offenes e – Schreibung: ää – Beispiel: bräät (breit) oder Schreibung: äh – Bespiel: drähe (drehen)

Laut: Murmellaut (unbetont) – Schreibung: e – Bespiel: e Haus (ein Haus)

Laut: kurzes a – Schreibung: a – Bespiel: Hawwer (Hafer)

Laut: langes a – Schreibung: aa – Beispiel: Fraa (Frau) oder Schreibung: ah – Bespiel: Zahl (Zahl)

Laut: kurzes geschlossenes o – Schreibung: ó – Beispiel: dóll (toll)

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Laut: kurzes offenes o – Schreibung: o – Bespiel: Dochder (Tochter)

Laut: langes geschlossenes o – Schreibung: oo – Bespiel: Roos (Rose) oder Schreibung: oh – Bespiel: froh (froh)

Laut: langes offenes o – Schreibung: òò – Beispiel: klòòr (klar) – oder Schreibung: òh – Beispiel: Dròht (Draht)

Laut: kurzes offenes u – Schreibung: u – Bespiel: Bulles (Gefängnis)

Laut: langes geschlossenes u – Schreibung: uu – Bespiel: Buud (Bude) oder Schreibung: uh – Bespiel: Fuhr (Furche)


Zwielaute

Laut: a + i – Schreibung: ai – Beispiel: Geiß (Ziege)

Laut: langes a + i – Schreibung: aai – Beispiel: Aaier (Eier)

Laut: a + u – Schreibung: au – Beispiel: Paus (Pause)


Mitlaute (Konsonanten)

1. Zisch-, Reibe- und Nasenlaute

Schreibung: sch – Beispiel: Disch (Tisch)

Schreibung: schb – Beispiel: Schbiel (Spiel)

Schreibung: schbr – Beispiel: Schbròòch (Sprache)

Schreibung: schd – Beispiel: Schdick (Stück)

Schreibung: schdr – Beispiel: Schdrick (Strick)

Schreibung: s – Beispiel: blòòse (blasen)

Schreibung: ß – Beispiel: grooß (groß)

Schreibung: ss – Beispiel: Schissel (Schüssel)

Schreibung: ch – Beispiel: Bauch (Bauch)

Schreibung: ch – Beispiel: mich (mich)

Schreibung: x – Beispiel: waxe (wachsen)

Schreibung: ng – Beispiel: singe (singen)

Schreibung: nk – Beispiel: Schrònk (Schrank)


2. Verschlusslaute

vor t,s,z,sch,ch schreiben wir pp,tt,ck, wenn Doppelmitlaute bereits im Stamm des Stichwortes vorhanden sind:

Schreibung: pp – Beispiel: ròppt (rupft) – Stichwort: ròbbe

Schreibung: tt – Beispiel: schittscht (schüttest) – Stichwort: schidde

Schreibung: ck – Beispiel: backt (backt) – Stichwort: bagge

Sonst schreiben wir einfache Mitlaute p,t.k:

Schreibung p – Beispiel: tripse (tröpfeln)

Schreibung t – Beispiel: lutsche (lutschen)

Schreibung k – Beispiel: bainäkscht (beinahe)

Vor Selbstlauten schreiben wir b,d,g nach ng,ß,sch,ch sowie nach einfachem oder doppeltem m,n,l,r,f,s:

Schreibung: b – Beispiel: Grumber (Kartoffel)

Schreibung: d – Beispiel: gäängde (gingen), Ämder (Ämter), kinnde (könnten), géschde (gehst du), Dochder (Tochter)

Schreibung: g – Beispiel: Wolge (Wolken)

Nach langem Selbstlaut oder Zwielaut schreiben wir vor folgendem Selbstlaut oder Zwielaut kein p,t,k, sondern b,d,g:

Schreibung: b – Beispiel: bluudich (blutig)

Schreibung: d – Beispiel: laude (läuten)

Schreibung: g – Bespiel: Hòòge (Haken)

Nach kurzen Selbstlauten schreiben wir vor folgendem Selbstlaut oder Zwielaut kein pp,tt,ck, sondern bb,dd,gg:

Schteibung: bb – Beispiel: hebbe (heben)

Schreibung: dd – Beispiel: schuddere (schaudern)

Schreibung: gg – Beispiel: Buggel (Buckel)

Wo in der Schriftsprache qu steht, schreiben wir kw

Schreibung: kw – Beispiel: Kwatsch (Quatsch)

Den Laut f schreiben wir wie in der Schriftsprache mit v oder f:

Schreibung: v – Beispiel: vòòr (vor)

Schreibung: f – Beispiel: fa (für)

Den Laut w schreiben wir abweichend von der schriftsprachlichen Schreibung als w:

Schreibung: w – Beispiel: Waas (Vase)


3. Auslaut (Wortende)

Im Auslaut richten wir uns mit der Schreibung von p,t,k,b,d,g (einfacher oder doppelter Mitlaut) nach der Schriftsprache, wenn es dort entsprechende Wörter gibt:

Schreibung: p – Beispiel: Lump (Lump)

Schreibung: pp – Beispiel: Supp (Suppe)

Schreibung: t – Beispiel: Lait (Leute)

Schreibung: tt – Beispiel: Bitt (Bütte)

Schreibung: k – Beispiel: Schnòòk (Schnake)

Schreibung: ck – Beispiel: Mick (Mücke)

Schreibung: b – Beispiel: Schaab (Schabe)

Schreibung: b – Beispiel: ob (ob)

Schreibung: d – Beispiel: Kind (Kind)

Schreibung: d – Beispiel: Maad (Made)

Im Auslaut schreiben wir keine Doppelmitlaute in folgenden Wörtern:

Schreibung: bab (ab)

Schreibung: bob (ob)

Schreibung: sbis (bis)

Schreibung: swas (was)

Schreibung: mim (im)

Schreibung: nin (in)

Schreibung: nòn (an)

Schreibung: mòm (am)

Schreibung: mmit (mit)

Schreibung: mum (um)

Schreibung: mvum (vom)

Schreibung: nvun (von)


4. Anlaut (Wortanfang)

Im Anlaut schreiben wir p,t,k,b,d,g vor Selbstlauten so, wie sie in der Lauterbacher Mundart gesprochen werden:

Schreibung: p – Beispiel: Paad (Pfad)

Schreibung: t – Beispiel: Tuur (Tour)

Schreibung: k – Beispiel: kumme (kommen)

Schreibung: b – Beispiel: butze (putzen)

Schreibung: d – Beispiel: Dier (Tür)

Schreibung: g – Beispiel: gutt (gut)

Im Anlaut schreiben wir p,t,k,b,d,g vor n,l,r wie in der Schriftsprache, wenn es dort entsprechende Wörter gibt:

Schreibung: pl – Beispiel: Plätz (Platz)

Schreibung: pr – Beispiel: Pritsch (Pritsche)

Schreibung: bl – Beispiel: Blòòs (Blase)

Schreibung: br – Beispiel: Bròòde (Braten)

Schreibung: tr – Beispiel: Trään (Träne)

Schreibung: dr – Beispiel: Dròht (Draht)

Schreibung: kn – Beispiel: Knecht (Knecht)

Schreibung: gl – Beispiel: Glock (Glocke)

Schreibung: kl – Beispiel: klään (Klein)

Schreibung: gr – Beispiel: grooß (groß)

Schreibung: kr – Beispiel: kratze (kratzen)