Das Wappen von Lauterbach

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Wappen von Lauterbach
Urspr├╝nglich war das F├╝hren von Wappen auf adelige Pers├Ânlichkeiten und Herrscherh├Ąuser beschr├Ąnkt. Erst sp├Ąter f├╝hrten aber auch die St├Ądte und Gemeinden Wappen, um dadurch ihre Unabh├Ąngigkeit und Selbstverwaltung zum Ausdruck zu bringen. Jedenfalls sind Wappen jeglicher Art redende Zeichen mit symbolischen Bez├╝gen auf ihre Tr├Ąger.
So gibt uns auch das Wappen von Lauterbach in Symbolen Hinweise auf Merkmale und die Geschichte unseres Dorfes.
Heraldiker beschreiben die Platzierung von Elementen auf den Wappen immer aus der Sicht des Wappens. So gesehen zeigt unser Wappen auf gr├╝nem Hintergrund, der einen starken Kontrast zu den silbernen Zeichen bildet, rechts oben zwei gekreuzte, pfeifen├Ąhnliche Instrumente (Glasbl├Ąserpfeifen), in der Mitte einen schr├Ąglinks verlaufenden Wellenbalken (der Lauterbach) und links unten ein Zeichen, das einem ÔÇ×ZÔÇť ├Ąhnelt (Wolfsangel). Die Glaspfeifen sind ein Hinweis auf den Ursprung unseres Dorfes, das auf die Gr├╝ndung einer Glash├╝tte im Jahre 1707 zur├╝ckgeht. Die Glash├╝tte selbst wurde rechts an der Ecke der heutigen Hauptstra├če und K├Âhlerstra├če errichtet.
Glasmacher genossen in dieser Zeit besondere Privilegien; sie waren frei von Leibeigenschaft und Frondienst und das Land, das sie urbar machten,
sollte ihnen als Erbe und Eigentum verbleiben. Wenn es nach einer gewissen Zeit auch Streit mit dem Herrscherhaus wegen des zu hohen Holzeinschlages gab, entwickelten sich die Glash├╝tte und das Dorf anf├Ąnglich gut. So z├Ąhlte un ser Ort 1730 schon 288 Einwohner.
Erst infolge der Wirren der Franz├Âsischen Revolution musste die Glash├╝t te Ende des 18. Jahrhunderts ihre Produktion einstellen. Lauterbach entwickelte sich danach zun├Ąchst zu einem Bauern- und sp├Ąter zu einem Bergmannsdorf.
Die Wolfsangel auf dem Wappen ist auf Grenzsteinen das Hoheitszeichen f├╝r den Herrschaftsbereich des F├╝rstentums Nassau-Saarbr├╝cken. Ein solcher Grenzstein mit Wolfsangel und der Bourbonen Lilie befindet sich in dem Gel├Ąnde vor unserer Pfarrkirche. Er wurde vor Jahren von Mitgliedern des Heimatkundlichen Vereins aus einem Walddistrikt am Warndtweiher dorthin gebracht. Das F├╝rstengeschlecht Nassau-Saarbr├╝cken f├╝hrte dagegen in ihrem Familienwappen den Nassauischen L├Âwen mit kleinen silbernen Kreuzen.
Das Lauterbacher Wappen, im Original gr├╝n und silber. Die F├╝rsten von Nassau-Saarbr├╝cken herrschten im 18. Jahrhundert ├╝ber Gebiete an der mittleren Saar, ungef├Ąhr vergleichbar mit dem heutigen Regionalverband Saarbr├╝cken, Gebiete des Kreises Ottweiler und einige Orte im Kreis
Saarlouis. Dar├╝ber hinaus hatten sie am Rhein und der Lahn einen kleinen Streubesitz und waren ab dem 16. Jahrhundert im Besitz der Grafschaft Saarwerden (Sarre-Union).
Das Regieren ihres Landes war zur Zeit der Dorfgr├╝ndung keine leichte Aufgabe. Noch waren die Wunden des 30 j├Ąhrigen Krieges nicht verheilt, durchzogen die Truppen des franz├Âsischen K├Ânigs Ludwig XIV. in mehreren Feldz├╝gen unser Land auf ihrem Weg in die Pfalz und zum Rhein. So waren die wirtschaftlichen und sozialen Verh├Ąltnisse sehr schlecht und die F├╝rsten versuchten durch ein B├╝ndel von staatlichen Ma├čnahmen die Lebensverh├Ąltnisse ihrer Untertanen zu verbessern.
Auch die Gr├╝nder von Lauterbach profitierten von diesen Ma├čnahmen, denn vor allem die Neuansiedlung von Industrie wurde gro├čz├╝gig beg├╝nstigt und
gef├Ârdert. Das Gr├╝n, die Grundfarbe des Wappens, versinnbildlicht den Waldreichtum unserer Region und die Rodung des Waldes zur Gr├╝ndung des Ortes. Hat heute der Wald seinen hohen Stellenwert, vor allem als Refugium zur Erholung und Freizeitgestaltung, war er f├╝r unsere Vorfahren der Gr├╝nderzeit ├╝ber Jahrzehnte Lebens- und Existenz grundlage. Glash├╝tten ben├Âtigten f├╝r die Herstellung ihrer Produkte Holzhohle und Holzasche (Pottasche), bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts als Brennmaterial Kohle zur Verf├╝gung stand. Holz ben├Âtigte man aber auch f├╝r den Hausbrand und zum Bau der H├Ąuser, Stallungen und Scheunen. Der Wellenbalken, in der Mitte des Wappens besonders hervorgehoben, weist uns auf den Lauterbach hin, der unserem Ort den Namen gab. Damals war der Bach aber noch ein ÔÇ×lauteresÔÇť, reines Gew├Ąsser. Heute eine ├╝belriechende schmutzige Kloake, spendete er damals mit zahlreichen Quellen und Brunnen Trink- und Brauchwasser f├╝r Mensch und Vieh, war f├╝r die Glasproduktion unentbehrlich und trieb das Rad einer M├╝hle am Ende des Dorfes.

Autor: Edwin Rouget, erschienen in PLOPP Nr. 14 vom November 2002